Maßnahmen zum Schutz der Haselmaus mit selbstgebauten Niströhren
- Dr. Siekmann + Partner

- 29. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Im Rahmen unserer naturschutzfachlichen Arbeiten setzen wir regelmäßig Maßnahmen um, die gezielt dem Schutz und der Förderung der biologischen Vielfalt dienen. In einem aktuellen Projekt steht die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) im Fokus. Die Haselmaus gehört zur Familie der Bilche, zu der unter anderem auch Sieben-, Garten- und Baumschläfer zählen. Sie bevorzugt strukturreiche Mischwälder mit gut entwickelter Strauchschicht. Aufgrund ihrer geringen Fortpflanzungsrate, ihrer hohen Ansprüche an den Lebensraum sowie des fortschreitenden Verlusts geeigneter Habitate gilt sie als gefährdete Art und steht in Deutschland auf der Roten Liste. Seit mehreren Jahren werden trotz bestehender Schutzmaßnahmen rückläufige Bestandszahlen verzeichnet. Als mögliche Ursachen gelten unter anderem stark schwankende Witterungsbedingungen mit kühl-feuchter Tendenz sowie Veränderungen und Intensivierungen in der Forstwirtschaft.
Um die Art gezielt zu unterstützen, wurden im Rahmen des Projekts spezielle Niströhren von unseren Mitarbeitenden Paula Albert und Peter Schmorleiz in Eigenleistung gefertigt und innerhalb geeigneter Gehölzbestände angebracht.
Die Quartiere bestehen aus Kunststoffröhren mit integrierter Holzplattform und geeignetem Einstreumaterial. Ziel der Maßnahme ist es, geschützte Rückzugs- und Ruheplätze für die Haselmaus bereitzustellen und gleichzeitig das Vorkommen der Art im Untersuchungsgebiet nachzuweisen beziehungsweise zu überprüfen.
Die Befestigung erfolgte mittels Kabelbindern direkt in den Gehölzstrukturen. Neben der Bauweise ist insbesondere die Wahl des Standorts entscheidend für den Erfolg solcher Maßnahmen. Haselmäuse bevorzugen gut vernetzte Hecken- und Gehölzstrukturen mit ausreichender Deckung sowie einem vielfältigen Nahrungsangebot aus Knospen, Früchten und Insekten. Besonders geeignet sind daher Waldränder, strukturreiche Feldgehölze und dichtes Gebüsch.
Bislang wurde eines der Quartiere schon in Beschlag genommen, ob von Haselmäusen lässt sich jedoch noch nicht mit Sicherheit sagen. Um die Wirksamkeit der Maßnahme fachlich zu begleiten, finden jedoch regelmäßige Kontrollen statt. Dabei wird überprüft, ob ein angenommenes Vorkommen der Haselmaus bestätigt werden kann.
Die Maßnahme zeigt, dass Artenschutz nicht zwangsläufig mit hohem technischem oder finanziellem Aufwand verbunden sein muss. Bereits mit einfachen, praxisnahen Lösungen lassen sich artenschutzfachliche Nachweisverfahren fachgerecht umsetzen. Gerade bei Infrastruktur- und Erschließungsprojekten ist es entscheidend, den Artenschutz frühzeitig in die Planung einzubeziehen. So können Eingriffe minimiert und gleichzeitig wertvolle Lebensräume für geschützte Arten erhalten und gesichert werden.










