Umsetzung eines energieeffizienten Klärschlammverwertungsverfahrens auf der Kläranlage Linz-Unkel

3.September 2015
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Einweihung Pyreg-Anlage

Die Kläranlage Linz-Unkel gilt als Vorreiter in Bezug auf die Umstellung der Verfahrensführung von aerober Schlammstabilisierung auf Schlammfaulung für Kläranlagen kleiner und mittlerer Größe. Ende 2011 wurde auf dieser Anlage die bundesweit erste von der Ingenieurgesellschaft Dr. Siekmann + Partner mbH entwickelte 2-stufige Kompaktfaulungsanlage in Betrieb genommen. Nach den erfolgreich verlaufenden ersten Betriebs-jahren folgte der nächste innovative Verfahrensschritt auf der Kläranlage Linz-Unkel zur thermischen Verwertung des ausgefaulten Schlammes. Der offizielle Startschuss für den Probebetrieb der bundesweit ersten Klärschlamm-Mineralisierungsanlage nach dem Pyreg-Verfahren erfolgte am 2. September 2015.

In einer Verfahrenskette wird der Klärschlamm mit einem Feststoffgehalt von ca. 5 % mit Hilfe einer Schneckenpresse auf ca. 30 % entwässert, anschließend über einen Bandtrockner geleitet und hier auf ca. 80 % getrocknet und dann der Pyreg®-Anlage zur thermischen Verwertung zugeleitet. Als Produkt wird hinter der Pyreg®-Anlage eine Klärschlammasche mit hohem pflanzenverfügbarem Phosphoranteil gewonnen, die anschließend zur Herstellung von Düngemittel Verwendung finden kann. Die gesamte Klärschlammmenge wird in diesem Prozess auf 1/20 der Ursprungsmenge reduziert.

Mit der thermischen Klärschlammverwertung schließt sich der Kreis: Klärschlamm als Energieträger und Dünger. Bereits durch den Einsatz der Kompaktfaulung konnte der Stromfremdbezug um annähernd 60 % und gleichzeitig die Klärschlammmenge um ca. 30 % reduziert werden. Nun wird auch eine Klärschlammasche erzeugt, die zur Düngemittelherstellung genutzt werden kann. Die Unabhängigkeit von der landwirt-schaftlichen Klärschlammverwertung, die lt. Koalitionsvertrag beendet werden soll, ist somit erreicht.

3.September 2015
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