Mehr Energieeffizienz mit neuer Faulungstechnik

9.Juli 2010
Silke Engelmann

UNKEL. Der Zweckverband „Abwasserbeseitigung Linz-Unkel“ erhöht die Energieeffizienz der gemeinsamen Kläranlage in Unkel. Zum Spatenstich für den Bau eines Kompaktfaulbehälters begrüßte der Vorsitzende des Verbands, Bürgermeister Hans-Günter Fischer, Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege, zahlreiche Mitglieder der VG-Räte und Kommunen, den Planer, Klaus Siekmann, und Werkleiterin Dagmar Stirba. „Der Grund, dass wir eine durchaus funktionstüchtige Anlage optimieren, liegt auf der Hand: Durch die Systemumstellung können wir einen Energiegewinn von über 600 000 Kilowattstunden pro Jahr verbuchen und uns von zwei Faktoren abkoppeln, die schwer kalkulierbar sind: die Energie- und die Entsorgungskosten für den Klärschlamm“, berichtete Fischer.

Kosten lassen sich dies die beiden Verbandsgemeinden immerhin rund 2,7 Millionen Euro, von denen Mainz jedoch mittels Förderung zehn Prozent übernimmt. Außerdem hat das Land ein Darlehen über 70 Prozent der förderfähigen Kosten in Aussicht gestellt. „Mit diesem nachhaltigen Projekt ist Ihr Abwasserband heißer Favorit auf die Klärwerk-WM“, spannte Kraege den Bogen zur Fußball-Weltmeisterschaft. „Es ist durchaus sinnvoll, dem Klärschlamm eine Chance zu geben, denn im Gegensatz zu Sonne und Wind ist er als Energieträger kontrollierbar und so immer einsetzbar“, erklärte der Planer Klaus Siekmann. Anders als die alte Anlage, verbrauche der Kompaktfaulbehälter keine Energie, sondern produziere sie. Neben Einsparungen von rund 145 000 Euro pro Jahr für die Bürger des Abwasserverbands werde zudem die Entwässerungsqualität deutlich verbessert, berichtete der Planer abschließend, bevor er mit Kraege und Fischer zum Spaten griff. (Foto: Leo Klevenhaus; von links nach rechts: Bürgermeister Hans-Günter Fischer, Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege, Planer Klaus Siekmann, 1. Beigeordneter der VG Unkel Peter Zoller)